farbtemperatur

Was versteht man unter der Farbtemperatur einer Lampe ?

Hinter dieser scheinbar einfachen Frage sind einige Probleme verborgen, die Verwirrung
stiften können. Bei einer Lampe oder Lichtquelle muß man zwei Dinge auseinanderhalten:

1.) die Lichtfarbe angegeben in Kelvin
2.) die spektrale Zusammensetzung oder Energieverteilung

Bei der Vielzahl von Lampen und Lichtfarben ist der Wunsch verständlich, die Farbe der Quelle (genauer die Farbart) durch eine einzige Zahl zu beschreiben. Das gelingt tatsächlich durch Farbvergleich der einzustufenden Lichtquellen mit einer Standard- lichtquelle. Als solche dient der Plancksche - oder Hohlraumstrahler, dessen Temperatur so eingestellt wird, daß ein Beobachter zwischen den beiden Lichtarten keinen Unterschied mehr feststellen kann. Hierzu sollte man sich daran erinnern, daß ein stark erhitzter Strahler bei steigender Temperatur zuerst eine dunkelrote, dann eine gelbrote, später eine gelbweiße und schließlich eine blauweiße Lichtfarbe abgibt.

Die Temperatur des Hohlraumstrahlers bei Farbartgleichheit bezeichnet man als Farbtemperatur der einzustufenden Lichtquelle. So z.B. erhält man die Farbtemperatur einer Glühlampe, zwischen 2800 und 3400 Kelvin, je nach Typ. Bei Leuchtstofflampen ist eine exakte Farbgleichheit nicht herzustellen, sondern nur eine Annäherung. Daher spricht man von "ähnlichsten Farbtemperaturen" bei solchen Lichtquellen, deren Licht nicht durch Erhitzung eines Stoffes erzeugt wird.

Zu fragen währe, warum die Temperaturangabe nicht in Grad Celsius erfolgt, sondern in Kelvin. Da die Celsiustemperatur recht willkürlich an die Substanz Wasser geknüpft ist, haben Wissen- schaftler die absolute Temperaturskala, eben die Kelvinskala, erfunden. Null Kelvin bedeutet "Weltraumkälte". Bei dieser Temperatur sind alle Molekülbewegungen "eingefroren". Bei jeder darüberliegenden Temperatur - d.h. aber auch bei negativen Celsiustemperaturen sind die Moleküle der Materie in ständiger Schwingungsbewegung.

Der Laie ist nun geneigt, aus der Farbtemperatur eine Aussage über die spektrale Energieverteilung seiner Lichtquelle abzuleiten. Dies ist aber grundsätzlich nicht möglich, weil das Auge, das den Farbartvergleich leistet, alle Wellenllängen integral zu einem Farbeindruck verarbeitet. Um ein Beispiel zu geben: Man kann weißes Licht aus der gleichzeitigen Einwirkung aller Wellenlängen mit annähernd gleicher Energie auf das Auge erzeugen, man kann es aber auch aus nur drei Spektralfarben (rot,grün und blau), also aus
monochromatischem Licht erzeugen. So kommt es, daß heute Leuchtstofflampen im Handel sind, die annähernd die gleiche Farbtemperatur besitzen, sich aber hinsichtlich ihrer spektralen Verteilung erheblich unterscheiden. Sie besitzen daher, wie wir nachfolgend zeigen möchten, eine recht unterschiedliche Qualität in der Farbwiedergabe.